Meditation

Die Meditation erfreut sich gegenwärtig großer Beliebtheit. Überall werden Kurse angeboten, in denen sie gelehrt wird, gibt es Gruppen, die sie praktizieren. Wenn Sie sich mit ihr beschäftigen, sind Sie mit einer Vielzahl von Methoden und unterschiedlichen Erklärungen, was Meditation ist, konfrontiert. Bei genauer Betrachtung wird deutlich, dass die unterschiedlichen Techniken bestimmte Gemeinsamkeiten aufweisen.

Was ist Meditation?
Ebenso unterschiedlich sind die Ziele, die mit ihrer Hilfe angestrebt werden. Auch hier gibt es ungeachtet aller Differenzen wichtige Übereinstimmungen. Sie werden entdecken, dass die meditativen Praktiken der unterschiedlichsten Traditionen immer wieder vergleichbare Zielsetzungen haben.
Wir wollen uns nun mit einigen zentralen Aspekten dieser Methode beschäftigen.

Grundlagen der Meditation
Grundlegend für jede Meditationspraxis ist die Konzentration der Aufmerksamkeit auf irgendein Objekt. Es kann sich dabei um den Atem oder irgendeinen Gegenstand handeln. Wir werden darauf noch näher eingehen, wenn wir uns mit einzelnen Meditationstechniken beschäftigen.
Diese Konzentration stellt eine gerichtete Aufmerksamkeit dar, welche die Entwicklung innerer Sammlung fördert. Diese Art der Achtsamkeit ist kein Denken, das über ein Objekt reflektiert. Sie registriert lediglich das was ist, ohne zu beurteilen oder zu bewerten.

Wenn es Ihnen gelingt, die Aufmerksamkeit gerichtet zu halten und die Sammlung zu vertiefen, entspannt sich der Körper und Ihr Geist gelangt zur Ruhe.

Es tauchen jene Erscheinungen auf, welche die körperliche Entspannung charakterisieren. Die Muskeln entspannen sich, der Atem und der Herzschlag werden ruhiger und gleichmäßiger. Die Gedanken treten in den Hintergrund und werden immer weniger. Eine tiefe Ruhe entwickelt sich, die immer intensiver wird. Störende Gedanken und Emotionen lösen sich auf, während der innere Frieden immer stärker wird. In diesem Zustand der Ruhe und des Friedens können sich neue Erkenntnisse entwickeln. Ist der Geist still geworden, nicht gestört durch den unaufhörlichen Strom der Gedanken, gewinnt er Einsichten über sein Wesen.
Der Meditierende erkennt, wer er ist, und aus was sein wahres Selbst besteht. Er erfährt das Zentrum seines Wesens, den Mittelpunkt seiner Existenz.

Es handelt sich dabei nicht um eine theoretische Einsicht, wie sie die Wissenschaft charakterisiert, sondern um eine unmittelbare intuitive Erkenntnis in das eigene Wesen, eine innere Erfahrung, die nicht dem begrifflichen Denken entspricht.

Die meditativen Traditionen gehen aber noch weiter. Mit der vertiefenden Einsicht gelangt der Meditierende zur Erfahrung des Göttlichen. Wir betreten den Bereich des Religiösen, mit dem die Meditationspraxis immer verbunden war und ist.
Wenn Sie sich mit der Zielsetzung der Meditation beschäftigen, werden Sie erkennen, dass sie meist als ein Weg angesehen wurde, der über die Grenzen des eigenen Ichs hinausführt.

Positive Auswirkungen der Meditation
Abgesehen von dem religiösen Ziel, Erleuchtung zu erlangen, das eigene wahre Selbst, das Göttliche zu erfahren, hat die Meditation außerordentlich positive Auswirkungen auf das Leben.
Um das zu verstehen, wollen wir einen Blick auf die Aktivitäten des menschlichen Geistes werfen, die für die meisten Menschen charakteristisch sind. Sie brauchen nur die Vorgänge in Ihrem Bewusstsein zu beobachten, um die typischen Muster zu erkennen, die uns immer wieder in Schwierigkeiten bringen.
Sie sind uns bewusst gewesen, aber unser Bewusstsein ist in vieler Hinsicht getrübt und funktioniert oft nicht zufrieden stellend, so dass wir immer wieder mit Problemen konfrontiert werden.

Die meisten Menschen haben große Schwierigkeiten sich zu konzentrieren. Ihre Aufmerksamkeit bewegt sich von einem Gegenstand zum anderen, wird einmal von diesem dann von jenem Eindruck gefangen genommen. Unser Bewusstsein ist erfüllt von einem Strom wechselnder Eindrücke und Gedanken. Dies hat zur Folge, dass wir mit unseren Erfahrungen nur oberflächlich in Kontakt stehen. Kaum haben wir etwas wahrgenommen, gleitet unser Geist ab und wir denken an etwas anderes.

Stellen Sie sich vor, Sie sehen einen blühenden Baum. Vielleicht sind Sie von seiner Schönheit überwältigt. Meist ist eine solche Reaktion nur von kurzer Dauer. Sehr schnell tauchen Gedanken und Vorstellungen auf, die die Wahrnehmung überlagern. – Vielleicht erinnern Sie sich an einen Baum, von dem Sie in Ihrer Kindheit heruntergefallen sind, wofür Sie von Ihren Eltern bestraft wurden. – Jetzt richtet sich Ihre Aufmerksamkeit auf Ihre Eltern und Ihre Beziehung zu ihnen. – Möglicherweise denken Sie daran, wie ungerecht Ihr autoritärer Vater Sie oft behandelt hat. Deutlich spüren Sie, wie Ärger und Verbitterung in Ihnen aufsteigen. – Jetzt tauchen Gedanken an Ihren Chef auf, dessen arrogantes und überhebliches Verhalten Ihnen auf die Nerven geht. Voller Wut denken Sie daran, dass er Sie im Beisein von Kollegen völlig ungerechtfertigt kritisiert hat. – Plötzlich fällt Ihnen ein, eine wichtige Arbeit abzuschließen. Eine Fülle von Angst überschwemmt Sie, wenn Sie daran denken, wie Ihr Chef darauf reagieren wird.

Die Sprunghaftigkeit unseres Geistes, seine Tendenz, sich im Strom seiner Gedanken und Vorstellungen zu verlieren hindert Sie daran, in der Gegenwart zu sein und die Schönheit des Baumes zu genießen. Ununterbrochen schieben sich Erinnerungen, Gedanken und Gefühle von gegenwärtigen Wahrnehmungen dazwischen und beeinträchtigen unseren Kontakt zu ihnen.

Das verhindert, dass wir unsere Erfahrungen voll und ganz genießen. Wir versinken in Gedanken und Erinnerungen, die mit belastenden Gefühlen und mit Leidensdruck verbunden sind.
Der konfuse, halbbewusste Zustand unseres Geistes hat noch ernstere Auswirkungen als die Einschränkung unserer Genussfähigkeit. Er beeinträchtigt die Beziehung zu anderen Menschen und führt häufig zu überflüssigen Konflikten.

Stellen Sie sich vor, Renate tritt eine neue Stelle an. Sie muss ihr Büro mit einer Kollegin teilen, die ihr sofort unsympathisch ist. Sie merkt nicht, dass ihre Abneigung nicht nur durch das konkrete Verhalten ihrer Kollegin bedingt ist. Diese verhält sich vollkommen korrekt und versucht, in jeder Hinsicht zu helfen, damit sie sich in ihrer neuen Stelle einarbeiten kann. Renate erkennt nicht, dass ihre Antipathie durch die Sprechweise ihrer Kollegin provoziert wurde, die sie an ihre Schwester erinnert, mit der sie während ihrer Kindheit ständig im Konflikt gelegen war.

Ihre Gefühlsreaktion gilt streng genommen gar nicht der Frau an ihrem Arbeitsplatz, sondern der Bezugsperson ihrer Kindheit. Da sie infolge ihres eingeschränkten Bewusstseins Zusammenhänge nicht zu erkennen vermag, behandelt sie ihre Kollegin wie ihre Schwester. Sie reagiert mit Aggressionen, die zu Konflikten führen, die sie selbst schwer belasten.

Häufig geraten wir in Schwierigkeiten, weil wir das Verhalten unserer Mitmenschen missdeuten und falsch darauf reagieren.

So interpretieren wir beispielsweise eine freundliche Geste als feindseligen Akt und reagieren mit Abwehr, was zu mannigfaltigen Schwierigkeiten führt. Manchmal übersehen wir auch Anzeichen, dass andere Menschen uns betrügen und ausnutzen wollen, weil wir die Signale nicht genügend beachten.

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