Hypnose bei Schmerzen

Schmerzhypnose

von Philipp Niemeyer

Schmerz ist etwas, mit dem ein jeder Mensch im Laufe seines Lebens mehrfach zu kämpfen hat. Egal ob psychischer oder physischer Schmerz, niemand mag dieses unangenehme Gefühl, sodass ein jeder auf der Suche nach einem möglichst schmerzfreien Leben ist. In der Vergangenheit wurde sich auch beim Thema „Schmerz“ nahezu ausschließlich auf verletzte Strukturen fokussiert und oftmals vergeblich danach gesucht. Frei nach dem Motto „Wenn etwas wehtut, muss auch etwas kaputt sein“ wurden Patienten durch eine Odyssee von MRT-Aufnahmen und Diagnosegesprächen geschickt, weshalb nicht selten Monate vergingen, bis eine tatsächliche Behandlung – oftmals dennoch ohne wirkliche Diagnose – stattfand.

Es ist kein Zufall, dass neuere Schmerzdefinitionen vermehrt den Bezug auch auf psychische und emotionale Komponenten nehmen: „Pain is a distressing experience associated with actual or potential tissue damage with sensory, emotional, cognitive, and social components (Schmerz ist eine erschütternde Erfahrung aufgrund einer tatsächlichen oder einer möglichen Gewebsschädigung mit sensorischen, emotionalen, kognitiven und sozialen Komponenten)“ (Williams & Craig 2016). Besonders bei lang andauernden und chronischen Schmerzen, welche eben mit keiner beschädigten Struktur (mehr) in Verbindung zu bringen sind, scheinen diese sensorischen, emotionalen, kognitiven und sozialen Komponenten eine zentrale Rolle zu spielen. In der Schmerzhypnose geht es darum, gezielt an den unterbewussten Reizen, welche das Gehirn erreichen, zu arbeiten und somit die Interpretation dieser Reize zu verändern, um eine fehlerhafte Schmerz nach sich ziehende Interpretation in eine schmerzfreie umzuwandeln.

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Hypnose für Profi- und Freizeitsportler

 Sporthypnose

Philipp Niemeyer

Sport und Bewegung stellen einen großen Teil des Lebens vieler Menschen dar und im Allgemeinen ist Bewegung für ein gesundes und sprichwörtlich bewegtes Leben essentiell. In unserer Gesellschaft, die sich in den letzten Jahren mehr und mehr dem Fitnesssport und somit auch dem Körperkult verschrieben hat, spielt vor allem das körperlich Äußere eine wichtige Rolle. Viel zu sehr vergessen wir dadurch jedoch, dass jede einzelne Bewegung in unserem Gehirn in die Wege geleitet wird und die körperliche Struktur am Ende „nur“ das ausführende Organ ist.

Lange Zeit fehlten die Wege, um das Innere noch besser trainieren zu können, doch dank neuer Erkenntnisse aus der Psychologie sowie den Neurowissenschaften tun sich uns immer mehr Möglichkeiten auf, gezielt auf unser Gehirn und somit auch das Unterbewusstsein Einfluss zu nehmen, um Bewegungsmuster zu verbessern und die sportliche Leistungsfähigkeit zu erhöhen. Die Sporthypnose stellt dabei eine Mischung aus klassischer Hypnose und mentalem Training dar. Die hypnotische Trance bietet sich hierbei besonders an, um den Athleten empfänglicher für die Visualisierung von Bewegungen sowie spezieller Spiel- oder Wettkampfsituationen zu machen und diese in seinem Unterbewusstsein sowie dem inneren Auge trainieren zu können. Ein „Training im Kopf“ ist somit kein Weg, ohne zusätzliches physisches Training zum Olympiasieger zu werden, jedoch bietet es eine zusätzliche Möglichkeit, Trainingseinheiten ohne weitere körperliche Ermüdung zu absolvieren und auf diesem Wege mehr und mehr Wiederholungen durchzuführen, um Bewegungen zu perfektionieren und ökonomisieren. Aus diesem Grund werden mit mentalem Training und Arten der Selbsthypnose zwei Vorstufen der Sporthypnose als gängige Methoden im Leistungssport eingesetzt. In der Sporthypnose geht es darum, diese Vorstufen zu effektivieren und professionalisieren, sodass jeder Mensch lernt, die tatsächlich maximale Leistungsfähigkeit aus sich herauszuholen.

 

 

 

Freunde

Freunde fürs Leben?!

 

Gut funktionierende zwischenmenschliche Beziehungen beruhen immer auf einem Austausch von Leistungen und Gegenleistungen.
Sie sind so lange in Kontakt, wie zwischen den Beteiligten das Nehmen und Geben materieller und nichtmaterieller Güter auf einem für beide Seiten befriedigendem Niveau stattfinden.
Achten Sie bei den Beziehungen zu anderen Menschen mehr auf die Qualität als auf die Quantität. Ein großer Bekanntenkreis, mit dem Sie mit vielen Menschen konfrontiert sind, die unerfreuliche Verhaltensmuster an den Tag legen oder zu dem nur oberflächliche Beziehungen unterhalten, ist eine Belastung, eine Quelle von negativem Stress anstatt von Befriedigung.
Für das eigene seelische Gleichgewicht ist ein kleiner Kreis von Freunden besser, in dem die Freundschaften durch häufige Kontakte gepflegt werden.
Reibungen, Konflikte und Auseinandersetzungen sind auch in solchen Be-ziehungen unvermeidlich. Sie gehören zum Leben. Befriedigend sind diese Beziehungen doch deshalb, weil jeder der Beteiligten etwas gibt, was für den anderen wertvoll ist, aber auch etwas erhält, was für ihn von Bedeutung ist.
Welche Formen des Austauschs eine gute Freundschaft begründen und aufrechterhalten, variiert erheblich von Person zu Person. Wenn Sie sich darüber klar werden wollen, ob die Beziehung zu Ihren Freunden Sie be-friedigt, fragen Sie sich, was eine wahre Freundschaft für Sie ausmacht. Haben Sie die Kriterien ermittelt untersuchen Sie, ob Ihre Freundschaften diesen Ansprüchen genügen.

Stellen Sie fest, ob und in welchem Ausmaß Sie Ihre Freunde unterstützen und was Sie von Ihnen erhalten. Erhalten Sie von ihnen Wertschätzung und Unterstützung in einem ausreichenden Maß? Fördert der Umgang mit ihnen Ihr Wohlbefinden? Können Sie etwas von ihnen lernen? Ermutigen sie Sie und geben Ihnen Kraft? Ist die Bilanz in Ihrem Sinne positiv, ist es für Sie wichtig, diese Beziehung angemessen zu pflegen.

10 Myths and Misconceptions about Hypnosis

 

Whether you are learning how to be a hypnotist or thinking about going to a hypnotist/hypnotherapist for help, it is important to have a clear idea of what hypnosis is as well as what it is not.Whether you are learning how to be a hypnotist or thinking about going to a hypnotist/hypnotherapist for help, it is important to have a clear idea of what hypnosis is as well as what it is not. These misconceptions can cause people to resist going into hypnosis. 

  • Hypnotists have special powers 
  • A hypnotist has control over the hypnotic client 
  • You are asleep when in a hypnotic trance 
  • A hypnotist could make you do anything and/or say anything 
  • Hypnosis is truth serum 
  • Only weak-minded people can be hypnotized 
  • During hypnosis, you can be controlled to do things against your will 
  • You will become stuck in hypnosis if something happens 
  • You are not hypnotized if you can hear the hypnotist 
  • You’ve tried hypnosis in the past and it didn’t work

Hypnotherapists have special powers
A hypnotist is a normal person who eats, sleeps, feels happy and sad, and loses their car keys. There is nothing special or magical about them at all. Hypnotists are trained to help guide people into a hypnotic state. Do you know a bad doctor or teacher? Let’s face it; all hypnosis is not the same. It all depends on how it is done and who is doing it. In every profession are people with insufficient training, experience and empathy. A skilled hypnotist/ hypnotherapist who has a good foundation performs the best form of hypnosis. Be carful there are a whole lot of charlatans out there selling you anything in the name of hypnosis.

A hypnotist has control over the hypnotic client
A person can be hypnotized against his/her will. No one can be hypnotized against his/her will. Not only that but a person can come out of a hypnotic state and end a session at any time he/she chooses. Hypnosis sessions are dependent upon a mutual and cooperative relationship between the client and the hypnotist at all times. A hypnotist and his/her client are equals. The hypnotist is simply a trained professional who facilitates the hypnotherapy process but does not control it.

You are asleep when in a hypnotic trance
Hypnosis is a state of altered consciousness, much like any activity in which the person’s concentration is narrowly focused, such as meditation. Clients are aware of sounds, smells, and other sensory stimuli, as well as where they are.

A hypnotist could make you do anything and/or say anything
In hypnosis, awareness is increased. You are aware of everything going on around you and what is being said to you. You can reject any suggestion that is given to you at any time. You will never say or do anything that goes against your moral and ethical principles.

Hypnosis is truth serum
A person could be made to reveal secrets or say embarrassing things in the hypnotic state. You can actually lie in hypnosis! You can also edit and withhold information. You will never divulge any information to the hypnotist that you wouldn’t divulge in a regular waking state. Remember however that lying or withholding information while in hypnosis may reduce the effectiveness of the session.

Only weak-minded people can be hypnotized
To the contrary, the more intelligent and imaginative a person is the easier it is to hypnotize him/her. More than 90 percent of people can be successfully put in hypnosis. The two most important factors associated with a successful hypnosis session are: 1) the talent, training and experience of the hypnotist and 2) the willingness of the client to be hypnotized.

During hypnosis, you can be controlled to do things against your will.

In hypnosis, awareness is increased. You are aware of everything going on around you and what is being said to you. You can reject any suggestion that is given to you at any time. You will never say or do anything that goes against your moral and ethical principles.

You will become stuck in hypnosis if something happens
No one has remained indefinitely in a hypnotic state. A hypnotic trance can be terminated by the hypnotist OR THE CLIENT at will, at any time. Coming out of hypnosis is as simple as opening your eyes.

You are not hypnotized if you can hear the hypnotist
Hypnosis is a state of altered consciousness, much like any activity in which the person’s concentration is narrowly focused, such as meditation. Clients are aware of sounds, smells, and other sensory stimuli, as well as where they are. And of cause they have thoughts and hear the hypnotist.

I’ve tried hypnosis in the past and it didn’t work
The vast majority of clients who are unable to go into hypnosis are unable due to the poor training or techniques of the hypnotherapist. There are NO bad hypnosis clients but there are bad hypnotherapists. So be careful!

If you are looking for hypnosis training
In Germany (Frankfurt)  www.institut-drzottmann.de
In New York www.nychypnosis.us

NGH-Certified-Instructor      ngh-logo

Feel free to contact me birgit@drzottmann.com

 

Gender Differences as a Source of Communication Problems

Today I will give you some information about gender and different communication styles. Feel free to write a comment about it.
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Gender-specific communication differences are often a rich source of conflict in romantic relationships. Women communicate to maintain relationships while men communicate primarily to transmit information or in order to obtain information and then use it to display intellectual prowess.
A woman, who talks to a man about everyday occurrences that he deems trivial, is less interested in the actual exchange of information and more interested in how this exchange of information can help intensify the relationship. When the man misunderstands the woman’s intentions and consequently will not participate in a conversation that he find useless, he hurts her feelings and damages the relationship.
Women often ask men questions in order to express their interest in the man and simultaneously keep the conversation going. Women have a stronger relationship orientation and this is evidenced by their willingness to ask more personal questions than men. Men, however, perceive these personal questions as intrusive—an intrusion into their private space.
When women are engaged in conversation they like to communicate to their partner that they are listening. Women often nod their heads and use expressions like, “how interesting” and “good” or “right” to demonstrate their engagement. Men, however, tend to wait until their partner is done talking before expressing their thoughts on a given topic. This often gives women the impression that men are not listening; but this is not always the case. Men generally do not interrupt their partner when she is speaking and this, paradoxically, irritates many women. Additionally, when men communicate they have a tendency to challenge what their conversation partner says. Women often interpret this habit as a sign of belligerence.
The ways in which men and women differ when discussing problems are also different. Women often talk about problems to soothe themselves and establish a relationship. Finding a solution to the problem is often of secondary importance for women.
Men, however, enter a conversation about a problem looking for a very clear solution. This sets up some areas of tension when men and women get together to discuss problems. For example, a woman goes to a man to discuss a problem; her first interest is to elicit sympathy and understanding from him and her second interest is to have him help her find a solution. However the man’s first response is to immediately concentrate on thinking of strategies that could solve the problem. The woman becomes upset because she doesn’t get the sympathy and understanding that she is looking for. Neither gender is aware of the communication mechanism controlling each response and consequently both interpret the behavior of the other as an expression of overall personality traits. For example, women believe that when men show little reaction to what they are saying this is an overall sign that men have indifferent personalities. On the male side of things, the female tendency to ask so many personal questions causes men to think that women are controlling and want to invade their personal space.
Take care of yourself. I sent you a smile
Birgit
http://www.nychypnosis.us (soon only in English)

Die Laune verändern – sich in Stimmung bringen

Wie bringen Sie sich in Stimmung?
Stimmungen bestimmen unseren Alltag. Sind wir in guter Stimmung, können wir das Leben genießen und Herausforderungen annehmen. Haben wir dagegen schlechte Laune, erscheint uns alles in Grau und selbst Kleinigkeiten können zu unüberwindbaren Hindernissen werden.
Stimmungen bilden die Hintergrundmusik unseres Lebens und nach Tonlage können zusätzliche starke Gefühle das seelische Gleichgewicht und Wohlbefinden gefährden.
Eine relativ junge Forschungsrichtung der Psychologie beschäftigt sich unter anderem mit der Frage: Inwieweit lassen sich Stimmungen und Launen vom Individuum beeinflussen?
Befunde dieser Forschung belegen, dass Stimmungen mehr von körperlichen Zuständen als von äußeren Ereignissen abhängig sind.
Demnach entscheidet Ihre persönliche körperliche Verfassung darüber, ob eine Kleinigkeit Sie in eine schlechte Laune versetzen kann: Wie lange und wie gut haben Sie geschlafen? Wann haben Sie das letzte Mal gegessen? Stehen Sie unter Druck? Wann haben Sie sich das letzte Mal bewegt?
Stimmungen entstehen aus dem komplexen Zusammenspiel äußerer Ereignisse und Einflüsse und der persönlichen Interpretation dieser Vorgänge.
Stimmungen sich als Kombination und Wechselwirkung zweier elementarer physiologischer Körperzustände beschreiben lassen können: Energie/Energiemangel und Spannung/Entspannung.

Entspannt – energetisch
Sie sind körperlich ausgeruht und Sie fühlen sich energiegeladen. Dies ist der Zustand, in dem Höchstleistungen möglich sind, denn Sie fühlen sich entspannt und sind gleichzeitig hochkonzentriert. Nichts kann Sie aus der Ruhe bringen. Spitzensportler streben diesen Zustand ebenso an, wie jeder, der Bestleistung auf den Punkt genau bringen will.

Entspannt – müde
Sie haben alles erledigt und ihr Arbeitspensum geschafft. Sie sind zwar müde, aber dennoch entspannt und ruhig. Solange niemand von Ihnen zu viel verlangt, ist dies ein angenehmer, relaxter Zustand.

Angespannt –energetisch
Sie fühlen sich körperlich fit, sind aber angespannt.
Die Anspannung resultiert aus Leistungs- und/oder Termindruck, Angst und/oder Konflikten und führt zu
• Muskelverkrampfungen (gerne im Schulter- und Nackenbereich),
• Beschleunigung des Herzschlags sowie
• Konzentrationsmangel.
Dieser angespannt-energetische Lebensstil entspricht dem heutigen Lebens- und Arbeitsstil. Mit ihm haben Sie einen verplanten Alltag voller Anforderungen und Termine und bewältigen diesen auch gut. Ihre Stimmung kann jedoch jederzeit kippen, wenn Ihre Energie nachlässt und Ihre Anspannung zunimmt. Sie werden dann gereizt, nervös und unruhig und können dann leicht in den folgenden Zustand abrutschen:

Angespannt – müde
Sind Ihre Energiereserven aufgebraucht und die Anspannung hält an, dann kann dies zu den ungünstigsten aller Stimmungen führen:
Sie fühlen sich nervös, erschöpft, deprimiert, ängstlich und/oder gereizt. Ihre Gedanken beginnen um die eigenen Schwächen zu kreisen, Sie fühlen sich unzulänglich und überfordert. Sie sind müde oder vielleicht sogar erschöpft, können nicht entspannen und einschlafen, weil Sie in dieser Verfassung zum Grübeln neigen. Wenn dieser Zustand anhält, mündet er nicht selten in einer Depression: Die Gegenwart erleben Sie als unerträglich und die Zukunft schwarz.

Deshalb: Genießen Sie den Herbst und gehen laufen (spazieren). Bewegen Sie sich und geben sich damit ‚echte‘ Energie und Lebensfreude.

Ich schicke Ihnen ein Lächeln
Dr. Birgit Zottmann

Die Teilpersönlichkeiten

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Unsere Motivation, ein Ziel zu erreichen, Einstellungen und uns damit zu verändern, wird von unseren Selbstgesprächen – unseren Gedanken – entscheidend beeinflusst, den inneren Gesprächen mit sogenannten Teilpersönlichkeiten. Diese haben die Kraft, Ihre Motivation zu untergraben und Sie zu demoralisieren. Damit dies auf keinen Fall geschieht, möchte ich Ihnen einige wichtige Persönlichkeiten vorstellen.

Stellen Sie sich vor, dass Sie aus vielen Teilpersönlichkeiten bestehen (das hat nichts mit Krankheiten wie Schizophrenie oder multiplen Persönlichkeiten zu tun).

Je nach Situation sind oft andere Teilpersönlichkeiten im Vordergrund. Im Büro sind es vielleicht der „Herrscher“ und der „Analytiker“, die im Vordergrund stehen. Auf dem Spielplatz mit den Kindern sind der „kreative“ und „liebevolle“ Teil im Vordergrund.

Es gibt drei Teile, die jeder Mensch in unserem Kulturkreis hat und mit Ihren Gewichtsproblemen nehme ich an, dass diese bei Ihnen gut ausgeprägt sind.

Es sind der Perfektionist, der Antreiber und der Kritiker.

Der Perfektionist
Der Perfektionist liebt den Vergleich und setzt Standards. Er liebt das Hundertprozentige. Es soll alles richtig sein. Was ist aber richtig? Der Perfektionist hat perfekte Kinder, das perfekte Auto, die perfekte Partnerin, den perfekten Partner, die perfekte Buchhaltung … und isst den perfekten Joghurt und dies gilt für alles. Und manchmal nennt man auch Perfektionisten liebevoll Korinthenkacker …

Das perfekte Auto ist ein SUV, mit einem ökologisch vertretbaren perfekten Benzinverbrauch von 5 Litern. Er hat jedes erdenkliche Zubehör und dabei ist er sehr robust. Wie früher der Käfer. Nicht kaputt zu kriegen. Ist das realistisch? Gibt es solch einen Wagen überhaupt?

Kaufen Sie einmal einen „einfachen“ Joghurt. Wir haben die Wahl zwischen mindestens 10 verschiedenen Sorten – mit Zucker, mit Fett – wie viel davon darf es sein? Der Perfektionist hat hier eine richtige Aufgabe. Was ist ein richtiger Joghurt oder ein richtiges Fernsehgerät oder Urlaubsort oder oder oder … kein Thema ist von diesem „richtig machen/sein“ befreit.

Perfekte Kinder sind artig. Sie hören auf ihre Eltern und machen, was diese sagen. Sie sind bescheiden, aber nicht zu bescheiden, sie sind höflich und wissen sich immer zu benehmen, sie können Sie überallhin mitnehmen und sie kennen Museen. Sie sehen gut aus und sind nie aufdringlich und nicht zu laut, sind aber auch nicht scheu und können sich wehren. Sie sind sehr gut in der Schule und haben früh Ziele, die sie ausdauernd verfolgen. Sie sind sportlich und auch musikalisch begabt, wollen aber kein Musiker oder Musikerin werden. Sie sind offen, aber nicht zu offen, sie sind introvertiert, aber nicht zu introvertiert, sie sind fröhlich und machen sich nie lächerlich.

Der perfekte Partner sieht, wie es uns geht. Weiß, dass wir nach der Arbeit erst einmal Ruhe brauchen. Bringt nicht nur am Muttertag und zum Geburtstag Blumen mit nach Hause, ist einfühlsam und romantisch. Kritisiert uns nicht, auch wenn das Essen nicht schmeckt. Kennt unsere Kleidergröße und bringt uns ab und zu etwas Passendes zum Anziehen mit, macht jede Diät aus Solidarität mit, ist nett zu meinen Freundinnen und Freunden und … was fällt Ihnen noch dazu ein?

Die perfekte Partnerin ist sexy, immer gut gelaunt und riecht gut. Ist freundlich und hilfsbereit, eine super Köchin, kann über jedes politische Thema mitreden, ist eine erfolgreiche Managerin, die beste Mutter für ihre Kinder und hat immer Zeit, schmust gerne und ist irgendwie immer gut drauf, sie ist gepflegt und immer dezent geschminkt, nach ihr drehen sich die Männer um und schauen mich neidvoll an, natürlich verdient sie gut, so dass wir ausgedehnte Fernreisen unternehmen können …

Der Perfektionist macht Dinge richtig und schafft ein perfektes Umfeld. Und wenn Sie jetzt meinen, dass Sie ein 100%er Perfektionist sind, haben Sie große Chancen, dieses Buch fertigzulesen (denn was man anfängt, muss man unter allen Umständen auch fertigmachen/-bringen) und Sie werden auch die Übungen machen und deshalb Ihr Leben und Ihr Gewicht verändern und vielleicht sogar ihren Perfektionisten ein wenig zügeln.

Der Antreiber
Der Antreiber hat das, was Ihr Perfektionist gutheißt, nun umzusetzen. Ist die Wohnung/das Haus schon aufgeräumt? Wann ist eine Wohnung aufgeräumt? Meine irgendwie nie, denn ich finde immer Ecken bzw. Schubladen, die nicht so sind, wie sie sein sollen und dies sieht mein Antreiber und sagt zu mir: „Mach auf, bewege dich und räume auch diesen Schrank auf. Bewege dich und schreibe dann weiter an deinem Buch, vorher gehst du aber noch für deinen Mann seinen Lieblingskäse einkaufen. Bitte ziehe dich dafür anständig an. Nicht schon wieder die alten Jeans, was sollen die Leute denken? Du sollst doch Vorbild sein und schminke dich! Wofür kaufst du dir die Sachen und trägst sie dann nicht? Auch die Betten sollten wieder einmal überzogen werden. Dein Sohn ernährt sich in der letzten Zeit so schlecht, du solltest wieder einmal etwas Gesundes kochen. Überhaupt, vernachlässigst du nicht ein wenig deine Kinder? Letztlich sagten sie dir, dass sie das Gefühl haben, du seist froh, wenn sie endlich ausgezogen sind. Zeige Ihnen also, wie sehr Sie dir am Herzen liegen und ganz wichtig für dich sind.“ Am besten, ich fange gleich mit Kochen an und schreibe eine lustige SMS.

Der Kritiker
Haben Sie schon mal was richtig gut gemacht? Der Kritiker jammert ständig an Ihnen herum. Den Standard erreichen, den der Perfektionist vorgibt – das schaffen Sie einfach nicht jeden Tag. Und jede Abweichung wird mit dem Gefühl „du hast einen Fehler gemacht“ honoriert. Der Kritiker sieht nicht das, was gut läuft – er kritisiert, und zwar ausschließlich.

Haben Sie schon einmal eine richtig aufgeräumte Wohnung mit zwei Kindern gesehen? Mein Kritiker mault gerade im Hintergrund:„Was du so alles von dir gibst. Nur weil du es nicht hinbekommst, heißt das noch lange nicht, dass andere das nicht können. Wetten wir, dass deine Schwiegermutter das immer konnte? Und warum du nicht? Bist du faul? Das geht doch gar nicht …“

Keinen Lebensbereich lässt der Kritiker aus und er geht unter die Gürtellinie, denn er kennt Sie!

In Bezug auf Ihr Gewicht könnte ein Gespräch zwischen diesen drei „Persönlichkeiten“ wie folgt aussehen:

Der Perfektionist hat in einem Modeheft die neue Jeansmode entdeckt. Slim Jeans! Und jetzt finden Sie gemeinsam mit Ihrem Perfektionisten die ideale Diät, damit diese Jeans am besten in Größe 36 auch passen. Sie wollen mindestens 8 Kilo abnehmen.

Der Antreiber macht nun Listen und beschäftigt Sie. Was dürfen Sie wann und wie essen und was auf keinen Fall? Er schickt Sie einkaufen und sagt Ihnen auch, dass ab 18 Uhr nichts mehr gegessen wird. Es gibt auch keine Ausnahmen!

Der Kritiker kommt auf den Plan, wenn er feststellt, dass Sie sich wirklich erlaubt haben, ein Stück Schokolade zu essen. Außerdem haben Sie Grapefruit und Weintrauben zusammen gegessen und das geht doch überhaupt nicht. Er ruft: „Noch nicht mal das bekommst du hin, möchte mal wissen, wofür du gut bist, jetzt hast du alles eingekauft und dann das, kein Wunder, dass du nicht abnimmst, du kriegst es einfach nicht auf die Reihe! Überhaupt, was bekommst du auf die Reihe? Du weißt genau, dass du auf dieses Fest gehen willst und alle haben diese Jeans an, nur du nicht, schäm dich, glaubst du, du kannst jemals dazugehören und Freunde finden, wenn du dich so anstellst? Man kann einfach nicht auf dich bauen, erschieß dich oder besser nimm Tabletten, dann machst du nicht soviel Dreck.“

Wenn jemand so mit Ihnen sprechen würde, würden Sie die Polizei holen. Richtig!

Jetzt hören Sie aber einmal Ihrem Kritiker zu, was dieser Ihnen schon seit Jahren einredet. Mit solch einem Kritiker brauchen Sie keine Feinde, Sie haben bereits einen und er ist immer zur Stelle, ob es Ihnen passt oder auch nicht.

Der Trotz
Wie reagieren Sie, wenn Ihnen jemand sagt, dass Sie etwas tun müssten? Wenn Sie beim Lesen schon ein unbehagliches Gefühl bekommen oder wissen, dass Sie auf solch eine Aufforderung (zumindest innerlich) unwirsch reagieren, dann sollten Sie diesen Abschnitt unbedingt lesen. Falls Sie nicht wissen, wovon ich rede, können Sie diesen Abschnitt getrost überspringen.

Der Trotz ist auch eine Teilpersönlichkeit, die vielen Menschen unter bestimmten Umständen das Leben erschwert. Der Trotz tritt immer auf den Plan, wenn er das Wort „muss“ hört. Alles, was sich nur nach Befehl oder Anweisung anfühlt bzw. riecht, wird nicht nur hinterfragt, sondern regelrecht torpediert. Dies geschieht automatisch, ohne dass der/die Betreffende es registriert. So sagte eine Klientin zu mir. „Die Durchblutung meiner Beine ist gestört. Deshalb wollte ich vor dem Urlaub ein wenig abnehmen, damit ich den Flug besser überstehe. Was aber mache ich? Ich nehme zu! Ich weiß, dass es rein rational wichtig für mich ist, ein wenig abzunehmen und ich nehme zu. Ich esse an einem Abend ein Pfund Eis und frage mich danach, warum ich das gemacht habe und fühle mich schlecht.“

Trotzige Menschen sind nicht dumm oder einfältig. Der Trotz möchte Sie – Ihr Ich – vor „Übergriffen“ schützen. Der Trotz entwickelt sich in der Kindheit und hilft und half dem Menschen, sich in schwierigen Zeiten zu behaupten.

Viele meiner Klienten haben trotz eines ungünstigen und nicht unterstützenden Elternhauses eine gute Ausbildung abgeschlossen, konnten aus schwierigen Partnerschaften ausbrechen und sind oft Kämpfer für andere, wenn es um „Unrecht“ geht. Trotzige haben die Devise „jetzt erst recht, schauen wir doch mal, ob die/der Recht hat“.

Wenn Sie nun denken, dass trotzige Menschen leicht zu manipulieren seien, haben Sie wahrscheinlich Recht. Es kommt nur darauf an, wie man mit ihnen spricht.

Wenn Sie zu sich selbst oder einer anderen trotzigen Person sagen: „Das hast du zu machen“ oder „du darfst nur noch dieses oder jenes essen …“, stößt dies auf Widerstand und wird mit allen möglichen Gründen möglichst verhindert oder hinausgezögert. Kein objektiver und vernünftiger Grund ist überzeugend.

Sagen Sie zu sich selbst oder einer trotzigen Person dagegen: „Mal sehen, ob und wie du das hinbekommst, trotz deiner Zeitknappheit oder trotz deiner Unlust und …“, ist dies ein Anreiz für den Trotz, dem er sich nur schwer entziehen kann. Jetzt ist er gefordert und kann sich beweisen. Der Trotz mag keine konkreten Ziele, die nicht aus dem „Trotzdem …“, dem Widerstand entstanden sind.

Probieren Sie es aus! Machen Sie es sich bewusst, wie Sie mit sich selbst sprechen und vermeiden Sie vor allem das Wort „muss“. Sie können dieses „Muss“ getrost durch „werden“ ersetzen. Sie müssen nicht sterben, sondern Sie werden, weil Sie ein Mensch sind, sterben.

Machen Sie sich ein Bild von dem Trotz, zum Beispiel eine Kröte, die man schlucken wird, wenn es etwas zu erreichen gibt und/oder nehmen Sie den Trotz an die Hand. Er ist nicht Ihr innerer Schweinehund, den es zu besiegen gilt. Nein, er ist ein wertvoller Teil von Ihnen, der Ihnen bestimmt schon oft im Leben geholfen hat.

Beschimpfen Sie ihn nicht und vor allem probieren Sie nicht, ihn zu vernichten. Er stellt Ihnen viel Energie und Ausdauer zur Verfügung, wenn Sie „trotz allem“ etwas erreichen wollen. Jede Teilpersönlichkeit – auch der Trotz – möchte Gutes tun und wichtig für das „Ich“ sein.

In Bezug auf das Abnehmen bedeutet das: Seien Sie neugierig. Fragen Sie sich: „Wie kann ich es erreichen, dass ich so schlank werde, wie ich es will?“ Wäre doch gelacht, wenn Sie das nicht schaffen sollten, nur noch zu essen, wenn Sie hungrig sind und dabei alles essen dürfen, was Ihnen schmeckt, oder? Machen Sie sich selbst zum Freund bzw. zur Freundin, denn zu ihr/ihm würden Sie auch nie sagen: „Mach zu, stell dich nicht so an, und nimm endlich ab!“

Warum haben wir diese Teile?

Diese verschiedenen Teile haben nicht das Ziel uns zu zerstören. Ganz im Gegenteil: Sie lieben uns und wollen uns unterstützten, übertreiben aber manchmal dabei.

Ganz gleich wie fies diese sind, ihr Antrieb ist Liebe.

Wie kann man mit jemandem so umgehen und das auch noch Liebe nennen, werden Sie jetzt vielleicht fragen. Sie haben Recht, es ist eine merkwürdige Art und Weise Gefühle auszudrücken, aber leider nicht

Diese Teile bekommen die Munition aus unseren Glaubenssätzen und Erwartungen und diese wurden oft schon sehr früh in der Kindheit geprägt. (Anmerkung: Glaubensätze haben nichts mit Religion zu tun. Sie erklären uns unsere Welt. So kann ich zum Beispiel glauben, dass es gut ist, fremden Menschen gegenüber offen zu sein oder man kann glauben, dass es besser ist, zurückhaltend zu sein.)

Unsere Eltern und enge Bezugspersonen gaben uns ihre Sicht der Welt weiter. Wir haben schnell aufgehört, an den Weihnachtsmann zu glauben, aber oft glauben wir noch, dass wir zum Beispiel um jeden Preis gefallen müssen, dass die Bedürfnisse von Menschen, die wir lieben, immer wichtiger seien als unsere eigenen und wir uns Liebe und Achtung erarbeiten müssen.