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Freunde

Freunde fürs Leben?!

 

Gut funktionierende zwischenmenschliche Beziehungen beruhen immer auf einem Austausch von Leistungen und Gegenleistungen.
Sie sind so lange in Kontakt, wie zwischen den Beteiligten das Nehmen und Geben materieller und nichtmaterieller Güter auf einem für beide Seiten befriedigendem Niveau stattfinden.
Achten Sie bei den Beziehungen zu anderen Menschen mehr auf die Qualität als auf die Quantität. Ein großer Bekanntenkreis, mit dem Sie mit vielen Menschen konfrontiert sind, die unerfreuliche Verhaltensmuster an den Tag legen oder zu dem nur oberflächliche Beziehungen unterhalten, ist eine Belastung, eine Quelle von negativem Stress anstatt von Befriedigung.
Für das eigene seelische Gleichgewicht ist ein kleiner Kreis von Freunden besser, in dem die Freundschaften durch häufige Kontakte gepflegt werden.
Reibungen, Konflikte und Auseinandersetzungen sind auch in solchen Be-ziehungen unvermeidlich. Sie gehören zum Leben. Befriedigend sind diese Beziehungen doch deshalb, weil jeder der Beteiligten etwas gibt, was für den anderen wertvoll ist, aber auch etwas erhält, was für ihn von Bedeutung ist.
Welche Formen des Austauschs eine gute Freundschaft begründen und aufrechterhalten, variiert erheblich von Person zu Person. Wenn Sie sich darüber klar werden wollen, ob die Beziehung zu Ihren Freunden Sie be-friedigt, fragen Sie sich, was eine wahre Freundschaft für Sie ausmacht. Haben Sie die Kriterien ermittelt untersuchen Sie, ob Ihre Freundschaften diesen Ansprüchen genügen.

Stellen Sie fest, ob und in welchem Ausmaß Sie Ihre Freunde unterstützen und was Sie von Ihnen erhalten. Erhalten Sie von ihnen Wertschätzung und Unterstützung in einem ausreichenden Maß? Fördert der Umgang mit ihnen Ihr Wohlbefinden? Können Sie etwas von ihnen lernen? Ermutigen sie Sie und geben Ihnen Kraft? Ist die Bilanz in Ihrem Sinne positiv, ist es für Sie wichtig, diese Beziehung angemessen zu pflegen.

Das Beziehungskonto

Wenn Menschen sich ineinander verlieben und eine Beziehung eingehen, entwickelt sich eine Dynamik der Gefühle, die in der Zu- oder Abnahme von Zuneigung und Liebe besteht.
Sie stellen dynamische Faktoren dar, die sich verändern, wie alles im Leben einem permanenten Wandel unterliegt.
Bestimmte Merkmale eines Menschen veranlassen uns, sich in ihn zu verlieben. Wie sich die Liebe weiterentwickelt, hängt von der Kommunikation zwischen den Partnern ab, von den Verhaltensweisen die sie äußern.
Die Nachrichten und Botschaften, die sie aussenden sowie ihr Handeln lassen ihre Liebe zueinander zu- oder abnehmen, erhöhen oder verringern die Zufriedenheit mit der Beziehung. Die Entfaltung der Liebe ist kein au-tomatischer Prozess, der selbstständig abläuft, sondern hängt ab vom konkreten Verhalten des Partners. Die Psychologen Clifford Notarius und Howard Marqman haben den Begriff des Beziehungskontos eingeführt, um den Zusammenhang zwischen dem Verhalten der Partner und den positiven und negativen Entwicklungen der Partnerschaft zu beschreiben. Das Beziehungskonto bestimmt die Zufriedenheit mit ihrer Beziehung.
Wir können es mit einem richtigen Bankkonto vergleichen, dass einen unterschiedlichen Kontostand aufweisen kann. Ist er hoch, können Sie sich viel leisten, ist er niedrig, nur wenig und wenn er in die roten Zahlen ab-rutscht, sind wirtschaftliche Schwierigkeiten unvermeidlich. Ähnlich verhält es sich mit dem Beziehungskonto. Verfügen die Partner über ein hohes Beziehungsguthaben sind sie glücklich und zufrieden. Ein geringes Bezie-hungskonto erzeugt zunehmende Unzufriedenheit. Sind alle Rücklagen aufgebraucht und dominiert das Soll gegenüber dem Haben ist die Beziehung unglücklich und nähert sich mehr oder weniger einem Beziehungsbankrott, der ihr schließlich ein unrühmliches Ende bereitet.
Ein Beziehungsguthaben wird aufgefüllt durch liebevolle Gesten, ein freundliches Verhalten, dass Achtung und Respekt verrät sowie Hilfe und Unterstützung.
Es wird verringert durch Verstimmung und Verärgerung, mangelnde Achtung, schlechte Kommunikation, Auseinandersetzungen und Streitigkeiten. Wir können unser Beziehungsguthaben jeden Tag durch bestimmte Gesten und Handlungen vergrößern oder durch entsprechend negatives Verhalten verringern. Eine Verärgerung verringert es nur geringfügig, ein massiver Streit stellt eine große Abhebung dar.
Wenn die Partner sich gegenseitig abwerten und sich um jede Kleinigkeit streiten, ohne einander durch ihr Verhalten ihre Liebe zu zeigen, zahlen sie nichts mehr auf ihr Konto ein, sondern heben ständig große Summen ab, bis es aufgebraucht ist und sie schließlich vor einem Schuldenberg stehen. Damit haben sie sich in eine Krise hineinmanövriert, aus der es keinen Ausweg mehr gibt und die Beziehung zerbricht.
Welche Verhaltensweisen stellen nun im Einzelnen Einzahlungen auf das Beziehungskonto dar und erhöhen den Kontostand?
Ungeachtet der individuellen Unterschiede gibt es einige allgemeine Richtlinien die wir befolgen müssen, wenn wir Einzahlungen auf das Beziehungskonto machen wollen:
➢ Ein gutes Mittel, um den Kontostand zu erhöhen sind Zeichen der Zuneigung, Anerkennung und Wertschätzung, die wir dem Partner geben.
➢ Immer wenn wir Anregungen für gemeinsame befriedigende Aktivitäten geben, erhöhen wir den Kontostand.
➢ Das Gleiche geschieht, wenn wir uns unseren Partner öffnen und unsere Gedanken, Gefühle und Bedürfnisse mitteilen.
➢ Ein wichtiger Faktor ist auch das Bemühen um Lösungen, die die Interessen beider Seiten berücksichtigen, wenn entgegen gesetzte Bedürfnisse und Wünsche vorliegen.
➢ Vermeiden Sie fruchtlose Streitgespräche, die nicht zur Lösung von Konflikten beitragen.
➢ Versuchen Sie nicht ein Problem zu lösen, wenn Sie unter dem Druck belastender Emotionen wie Angst oder Wut stehen.
➢ Auseinandersetzungen lassen sich nicht immer vermeiden. Wenn Sie mit ihrem Partner streiten, vermeiden Sie es wunde Punkte zu attackieren.
➢ Ein Fehler, der immer wieder zu einer erheblichen Belastung des Beziehungskontos führt besteht darin, Schwächen des Partners zu kritisieren, die er als besonders peinlich erlebt.
Eine Frau, die sich über die Potenzschwäche ihres Mannes lustig macht, ein Mann der seiner Frau mangelnde sexuelle At-traktivität vorwirft, fügt dem anderen damit erhebliche seelische Verletzungen zu, die weder vergessen noch vergeben werden.
Wer in die Tabuzonen des Partners eingreift, plündert das Beziehungskonto in einem solchen Maße, dass der Weg in den Bankrott vorgezeichnet ist.
http://www.institut-drZottmann.de